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  • Günter Großberger

Mund-Nasen-Masken während des Trainings

Aufgrund mehrfacher Anfragen zum Thema „Maskenpflicht während des Trainings“ möchte ich Ihnen hiermit eine Hilfestellung bezüglich der offenbar bestehenden Unsicherheiten in diesem Zusammenhang geben.

Mit 29.5.2020 ist die Öffnung der Fitnessstudios so gut wie fix. Dazu wird es spartenspezifische Schutzmaßnahmen und Auflagen geben. Viele davon sind noch nicht bekannt und veröffentlicht.

Unumgänglich ist derzeit für mich die Schutzmasken- oder Visiertragepflicht während des Trainings.

In den sozialen Medien finden gerade folgende Behauptungen starke Verbreitung:

Unter Atemmasken sammle sich schädliches Kohlendioxid, das bei der Wiedereinatmung zu gesundheitlichen Schäden führen könnte. Zudem würden diese Feuchtigkeit und Keime zurückhalten, die sich in der Lunge sammeln würden und ebenfalls schädlich seien.

Diese Behauptungen beziehen sich auf eine Studie im Rahmen einer Doktorarbeit aus dem Jahre 2004 an der technischen Universität München mit dem Titel:

„Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal“, eingereicht am 19.11.2004.

In der Studie wurden keine Alltagsmasken untersucht, wie sie aktuell in der Bevölkerung während der Corona-Krise zum Einsatz kommen. Stattdessen wurden zwei spezielle OP-Maskenmodelle untersucht.

Typ 3M® OP-Maske 1810F und Typ SURGINE® 4238 Antifog-Gesichtsmaske

Die Ergebnisse dieser Studie sind nicht ohne weiteres auf die derzeit im Einsatz befindlichen Masken und schon gar nicht auf Stoffmasken anwendbar!

Für die Studie wurden die zwei verschiedenen Masken und 15 gesunde, männliche Probanden getestet, die 30 Minuten lang eine Maske trugen.

Daraus entstand im Netz die Behauptung, dass gesundheitliche Schäden zu erwarten sind, wenn wir eine Mund-Nasen-Maske länger als eine halbe Stunde tragen.

Diese Behauptung stimmt nicht. Der Versuchsaufbau der Studie war einfach unwillkürlich auf 30 Minuten ausgelegt.

Diese Studie ist mittlerweile überholt, weil sowohl der medizinische Mund-Nasen-Schutz als auch die FFP-Masken vom Deutschen Institut für Normierung im Jahr 2009 - also vier Jahr nach dem Erscheinen der Münchner Studie - überarbeitet wurden.


Sollte hier Ihrerseits weiteres Interesse an dieser Materie bestehen, können wir gerne persönlich darüber sprechen.

Zur ersten Behauptung:

Können Atemmasken Kohlendioxid (CO2) wirklich ausfiltern und zurückhalten?

Unsere Atemluft besteht aus vielen verschiedenen Gasen, wobei die Hauptanteile Sauerstoff und Stickstoff sind.

Das Gas (also die Atemluft) ist ein natürliches Produkt bei Stoffwechselprozessen in der Lunge: Die eingeatmete Luft enthält etwa 20 Prozent Sauerstoff. Beim sogenannten „Gasaustausch“ wird in den Lungen ein Teil des Luft-Sauerstoffs (= der Sauerstoff der Atemluft) von den roten Blutkörperchen aufgenommen. Gleichzeitig wird die mit verbrauchter, Kohlendioxid angereicherte Luft, ausgeatmet.

Dadurch enthält die ausgeatmete Luft nur noch etwa 16 Prozent Sauerstoff, dafür aber 4 Prozent Kohlendioxid.

Wird dieser Luftaustausch behindert, wird der Sauerstoffgehalt immer weiter sinken und der Kohlendioxid-Anteil entsprechend steigen (zum Beispiel: Plastiktasche über den Kopf stülpen und zubinden).

Beim Tragen von Alltagsmasken gibt es diesen Effekt jedoch nicht:

Kohlenstoffdioxid-Moleküle sind viel zu klein, um von Atemmasken zurückgehalten zu werden. Selbst Masken der höchsten Schutzklasse FFP3 können lediglich Partikel bis zur Größe von 0,6 Mikrometern (0,0006 Millimeter) zurückhalten. Ein Kohlendioxid-Molekül hat jedoch einen Durchmesser von 0,000000324 Millimeter. Es ist damit knapp 2000 Mal kleiner und durchdringt die Masken problemlos.

Zudem ist das Luftvolumen unter der Maske selbst nur sehr gering und befindet sich im ständigen Austausch. Der Körper reagiert auch sehr schnell mit Warnzeichen (Schwindelgefühl, Übelkeit, Kopfschmerzen, nachlassende Konzentrationsfähigkeit, schwindende Koordination) auf einen zu hohen Kohlendioxid-Gehalt in der Atemluft.



Potenziell gefährlich sind lediglich Masken, die den Gesichtsbereich fest abschließen und dabei den Luftaustausch behindern, zum Beispiel bestimmte Schnorchel-Masken, wenn sie als Atemmasken zweckentfremdet werden.


Zusammenfassung:

Der Luftaustausch darf nicht behindert werden! - Somit ist das Tragen einer Einweg- bzw. Stoffmaske gesundheitlich (weder bei körperlicher Belastung, noch nachher) für gesunde Erwachsene unbedenklich.

Wenn auch teilweise mühsam, weil man gegen den Atemwiderstand der Maske ein- und ausatmen muss!

Für Kinder kann keine Aussage getroffen werden, da es nicht zulässig ist, die Parameter von Erwachsenen mit denen von Kindern zu vergleichen und es bis dato - außer ein paar Einzelversuchen - keine wissenschaftliche Studie dazu gibt!

Zur zweiten Behauptung:

Richtig ist, dass sich in den Masken Kondenswasser sammelt und sich auch Keime ansiedeln können. Professionelle Masken haben auch deshalb eine definierte Höchsttragezeit. Bei Behelfsmasken (also Einweg- oder Stoffmasken) ist es umso wichtiger, Hygieneregeln einzuhalten: Sie sollten nach der Nutzung zum Beispiel bei mindestens 60 Grad gewaschen und heiß gebügelt werden. Das Ablegen auf schmutzigen Oberflächen ist ebenso zu vermeiden, wie häufiges Anfassen der Masken - sowohl an der Innen-, als auch an der Außenseite.

Man will mit dem Tragen von diesen Masken nur erreichen, dass der Träger grobe Partikel beim Husten oder Niesen nicht einfach in den Raum schleudert, sondern dass diese sich in dem Tuch verheddern. Wie oben bereits erklärt, haben diese Stoffmasken oder Einwegmasken auf den Gasaustausch überhaupt keinen Einfluss!

Einwegmasken, selbstgenähte Masken oder Schals haben immer Öffnungen, durch die die Atemluft entweichen kann. Denn: Luft sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands.

Außerdem tragen wir die Masken nicht für eine lange Zeit. Gerade, wenn solche Alltagsmasken nur für einen kurzen Zeitraum getragen werden, etwa beim Einkaufen oder beim Weg zur Arbeit in öffentlichen Verkehrsmitteln, gibt es für gesunde Menschen kein Risiko. Für Personen, die in der Arbeitszeit Masken tragen müssen, ist zwar der Anstrengungsgrad höher, aber das die gesundheitliche Gefährdung ist nicht höher.

Auch die Infektionsgefahr ist durch eine Maske nicht erhöht. Zwar werden beim Sprechen oder Husten eventuell ansteckende Viren ausgestoßen, die sich dann in der Maske halten, aber es handelt sich nicht um Erreger, die wir nicht eh schon im Mund oder in der Lunge hatten. Beim Einatmen können durch die Maske Erreger ebenfalls in den Rachen gelangen.

Die professionellen FFP2- oder FFP3-Masken haben 2 Ziele: Dass wir nicht nur keine Viren abgeben, sondern dass wir auch keine Viren einatmen. Dazu muss diese Maske wirklich abdichten und die Luft darf nur noch durch den Filter der Maske ein- oder ausgeatmet werden.

Viel wichtiger ist es, wiederverwendbare Masken regelmäßig zu reinigen.

Durch die Atemluft wird der Stoff der Maske feucht. Bleibt die Maske zusammengedrückt liegen und kann nicht richtig trocknen, ist sie ein idealer Nährboden für Pilze und Bakterien aus der Luft.

Deshalb, wie oben bereits beschrieben: Die Maske regelmäßig trocknen, am besten in der Sonne, da viele Erreger auf die UV-Strahlung reagieren. Noch besser: In der Waschmaschine waschen, bei mindestens 60 Grad.


Kurz zusammengefasst: Bei der einfachen Maske gibt es für den gesunden Träger keine Gefährdung, weder bei der Sauerstoffversorgung noch durch Kohlendioxid, noch durch Keime - wenn man mit seiner Alltagsmaske in üblicher Weise umgeht.

Das Kohlendioxid wird nicht blockiert bzw. sammelt sich nicht in der Maske.

Handlungsempfehlungen:

- Tragedauer der Maske beachten (lt. COVID-Verordnung nicht länger als 3-4 Stunden!),

- Maske richtig reinigen.


Alle beschriebenen Zusammenhänge und Auswirkungen gelten nur für gesunde, erwachsene Personen. Für Kinder sind keinerlei Rückschlüsse und Aussagen zulässig!

Für jene, die an einer Lungenbeeinträchtigung leiden (wie Asthma, COPD, Bronchitis usw.), gibt es spezifische Richtlinien.


Weitere Hilfe-Infos auf www.gesundheit-mit-weitblick.com/corona

Liebe Grüße und bleiben Sie gesund!

Ing. Günter Großberger BA MA


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